Bericht der Frühjahrs-Radtour zu den Hänigser Teerkuhlen am 30. März 2019

Anfang November 2018 planten wir mutig eine Frühjahrs-Radtour mit Termin am  30. März 2019.
Das bestellte Frühlingswetter traf pünktlich ein und 25 gut gelaunte Radlerinnen und Radler starteten um 10 Uhr am Aligser Weg/Schützenstraße bei 13° C und Sonnenschein.
Die Gruppe radelte durch die Feldmark nach Steinwedel, weiter durch Hülptingsen an Dachtmissen vorbei durch den Wald nach Hänigsen.
Ein Plattfuß hielt die Gruppe kurz auf, doch mit tatkräftiger Hilfe einiger Radler war die Panne schnell behoben und alle konnten die Tour weiter fortsetzen zum Teerkuhlen-Museum am Kuhlenberg.
Dort wurden wir von 2 „Teerkerlen“ Manfred Kindel und Dieter Sieber erwartet und in 2 Gruppen über das Freigelände geführt mit einem nachgebauten historischen Bohr-und Förderturm, Sammeltanks, Geräten  und Erdölpumpen.
Durch ein Wäldchen schlängelte sich ein Pfad zwischen verschütteten ehemals 40 Teerkuhlen hindurch zu einer 1986 vom Hänigser Heimatbund freigelegten Teerkuhle mit ca. 400 Jahre alter Holzverschalung und Trittstufen, die vom Teer sehr gut konserviert waren.
Teerkerl Dieter erklärte uns an der Teerkuhle die Geschichte der Teerförderung in Hänigsen.
In der 2 m tiefen Grube sammeln sich im Jahr ca. 50 l dickflüssiges Erdöl auf der Wasseroberfläche, die regelmäßig abgeschöpft und gesammelt und als Souvenir in kleinen Flaschen verkauft werden.
Die natürlichen Ölaustritte am Kuhlenberg werden 1545 erstmals als „Hänigser Teerkuhlen“ von Georg Agricola in einem geologischen Fachbuch erwähnt.
Das dickflüssige Erdöl wurde von den Teerkerlen als „Hänigser Teer“ in der Umgegend an die Bauern als Wagenschmiere verkauft, es fand auch Verwendung als Heilmittel für Tiere und Menschen.
In dem kleinen Museumsgebäude mit Exponaten und Modellen der Erdölförderung erläuterte uns Dieter dann die neuzeitliche Erdölförderung im ehemaligen Hänigser Erdölfeld, wo von 1940 bis 1997 insgesamt 2,46 Mio. Tonnen Rohöl gefördert und in der Misburger Raffinerie verarbeitet wurden.

Nach der Führung stellten wir uns auf dem Freigelände zum Gruppenfoto zusammen.
Inzwischen war die Temperatur im Schatten auf angenehme 18° C geklettert und unsere Gruppe radelte auf Nebenwegen über Obershagen an Weferlingsen vorbei nach Otze zur Einkehr im „Wellblechpalast“ auf Lahmanns Erlebnishof, wo sich noch Bärbel, Martin und Irmtraut der Gruppe anschlossen.
Die Teilnehmer löschten ihren Durst und stärkten sich mit deftigen Gerichten oder leckeren Torten.

Dann starteten 27 Radlerinnen und Radler die Heimfahrt von Otze nach Burgdorf durch den Stadtpark an der Aue entlang über den Paradiesweg nach Steinwedel und weiter nach Lehrte.
Hinter dem Burgdorfer Rathaus II leuchten mehrere Scillablütenteppiche intensiv blau, kurz vor Steinwedel war das Storchennest auf der Weide mit dem Storchenpaar besetzt.

Unsere Frühjahrs-Radtour endete nach 47 km Gesamtfahrstrecke wieder an der Schützenstraße.

Bericht und Bilder: Hans Lorenz

2019-04-22T17:23:03+00:0022. April 2019|Categories: Allgemein, Wandern|Kommentare deaktiviert für Bericht der Frühjahrs-Radtour zu den Hänigser Teerkuhlen am 30. März 2019

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