Bericht der Stadtwanderung in Celle am 13.04.2019

Stadtwanderung Celle am 13. April 2019.         Bericht_Stadtwanderung Celle

Trotz der schlechten Wettervorhersage und der niedrigen Temperaturen fanden sich 23 Personen wetterfest ausgestattet um 9.35 Uhr am Bahnhof in Lehrte ein.
Um 9.47 Uhr ging es dann mit der Bahn nach Celle.

Auf dem Weg zum Treffpunkt mit unserem Stadtführer kamen wir an einem historischen Torgebäude vorbei. Wie sich herausstellte, handelt es sich um die JVA Celle. Das Gefängnis entstand in der Zeit von 1710 bis 1724 und ist das älteste Gefängnis in Deutschland, das noch in Funktion ist.

Pünktlich um 10.45 Uhr trafen wir vor dem Celler Schloss  unseren  Stadtführer Herr Jürgen  Matschiowalli aus Eschede, ein Franke mit schlesisch-italienischen Wurzeln, der uns die nächsten 90 Minuten mit den Sehenswürdigkeiten von Celle vertraut machen sollte.

Von ihm erfuhren wir, dass das Celler Schloss auf eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert zurückgeht. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg zum Fürstensitz umgestaltet. Nach Einführung der Reformation unter Herzog Ernst dem Bekenner erfolgte ab 1530 der Umbau zu einem Renaissanceschloss. Die Welfen gaben das Schloss als Residenz auf, als der letzte Herzog Georg Wilhelm 1705 verstarb.
Unter seiner Herrschaft wurden auch die Fassaden der vierflügligen Anlage im venezianischen Stil umgestaltet. Auch das barocke Schlosstheater ist dem Herzog zuzuschreiben.
Die Schlosskapelle gilt als das einzige Gotteshaus in Nordeuropa, das komplett im Stil der Renaissance erhalten ist. Zum Schutz der Bilder und Malereien aus der Zeit um 1570 können die Besucher nur durch eine Glasscheibe einen Blick in die Kapelle werfen.

Gegenüber dem Schloss ist das Bomann- Museum, eines der größten kulturgeschichtlichen Museen Niedersachsens. Moderne und zeitgenössische Kunst sind nebenan im Celler Kunstmuseum zu sehen.

Weiter ging es in die Stechbahn, den ehemaligen Turnierplatz der Stadt. Hier befindet sich auch die 1530 erbaute Löwenapotheke, die jetzt ein Museums-Café ist. Unsere Stadtführer wies uns auf das Hufeisen im Pflaster vor dem Gebäude hin. An dieser Stelle verunglückte 1471 Herzog Otto der Großmütige.  Otto II. soll während eines Turniers auf der Stechbahn vom Pferd gestürzt und dabei zu Tode gekommen sein.

An der Stechbahn besichtigten wir die Stadtkirche St. Marien, die Grabeskirche der Königin Caroline Mathilde von Dänemark und der Celler Herzöge. Die dreischiffige gotische Hallenkirche wurde 1308 vom Bischof zu Hildesheim als St. Marienkirche geweiht. Das Bauwerk bekam 1676 bis 1698 ein Tonnengewölbe und wurde barockisiert.  Im Chorraum sind die Grabdenkmäler und Emporenbilder der Celler Herzöge zu sehen.

Wir folgten unserem Stadtführer weiter in die Kalandgasse. Hier steht die alte Lateinschule. 1601 – 1603 entstand das Schnitzwerk in Beschlagwerkornamentik im Gebälk. Im Mittelalter wurden hier ausschließlich Jungen unterrichtet.

Gleich um die Ecke herum befindet sich das Alte Rathaus. Der Nordteil des Rathauses stammt aus der Zeit der Stadtgründung im Jahr 1292. Gotische Gewölbe in diesem Bereich des Rathauses und im Ratskeller weisen darauf hin. Der Nordgiebel entstand 1579 im Stil der Weserrenaissance.
Seit 1999 sind die städtischen Ämter in das Neue Rathaus umgezogen. Das Alte Rathaus wird nur noch für Sitzungen und als Standesamt genutzt.

In Celle finden wir ca. 500 restaurierte und denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, sie bilden das größte geschlossene Ensemble in Europa.

Das schönste Fachwerkhaus ist das Hoppener Haus in der Poststraße. Besonders sind hier die sechs Geschosse mit Figuren diabolischen und närrischen Gestalten und reichen Schnitzereien.
Das älteste datierte Fachwerkhaus der Altstadt zeigte uns der Stadtführer Am Heiligen Kreuz. Gebaut wurde es als giebelständiges Satteldachfachwerkgebäude mit geschossweisem vorkargendem Treppengiebel mit gotischem Ornament.

An der Pfennigbrücke verabschiedete sich unser Stadtführer von uns. Die Zeit mit ihm war kurzweilig und seine Ausführungen sehr unterhaltsam.

Die Pfennigbrücke wurde um 1900 als Holzbrücke über die Aller errichtet. Die Passanten mussten einen Pfennig Brückenzoll entrichten.

Da wir unser Zeitfenster erheblich überschritten hatten, entschied sich unser Wanderführer kurzfristig für eine Abkürzung der Wanderung. Vorbei am neuen Rathaus, einer ehemaligen Kaserne, dann weiter durch den Französischen Garten wanderten wir zum Café Müller. Dort gab es im Kaminzimmer Kaffee und leckere Tortenstücke. Gestärkt traten wir den Rückweg entlang der Fuhse zum Bahnhof Celle an.

Vielen Dank an Werner Naehrig für gute Planung und Durchführung der Stadtwanderung.

 

Bericht: Karin Ludwig

Foto: Werner Naehrig.

2019-06-04T13:42:45+00:004. Juni 2019|Categories: Allgemein, Wandern|Kommentare deaktiviert für Bericht der Stadtwanderung in Celle am 13.04.2019

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