Das Triathlonrennen der Männer über die Olympische Distanz (1,5 – 40 – 10km) startete spektakulär. Ein Motorboot konnte nicht rechtzeitig den Startbereich in der Odaiba Bay verlassen und so sprangen rund 2/3 des Starterfeldes ins Wasser und sorgten mit kraftvollen Armzügen und Beinschlägen für eine ordentliche Waschmaschine im 27°C warmen Wasser. Bis man alle schon Schwimmenden wieder “einfangen” konnte, wurden leider ordentlich Meter am Anschlag zurückgelegt. Nach und nach schwammen die Athleten dann sichtlich verärgert zum Ponton zurück und das Rennen wurde nach einer kurzen Verschnaufpause erneut gestartet.

Man legte den Rennbeginn extra auf 6:30 Uhr, um den schnell ansteigenden Temperaturen zu entgehen. Aber auch schon zu dieser frühen Tageszeit herrschten gut 26 Grad Außentemperatur bei 80% Luftfeuchtigkeit und leichtem Wind. Der angekündigte Taifun befindet sich zum Glück noch über dem Ozean, so dass er zumindest auf das Rennen der Herren keinen Einfluss nimmt. Beim Testwettkampf vor 2 Jahren wurden die Gegebenheiten mit ca. 30°C Wassertemperatur beim Schwimmen als nicht tragbar eingestuft und es mussten Maßnahmen her. So wird nun unterirdisch kaltes Wasser eingeleitet, um die Wassertemperatur zu senken.

Die Experten des ZDF und Eurosport lobten keinen wirklichen Favoriten aus und hielten sich mit der Wahl des Siegers bedeckt. Für die beiden deutschen Starter Justus Nieschlag und Jonas Schomburg hielt man eine Top 15 Platzierung für “machbar”, auch wenn sich die beiden Athleten vielleicht individuell andere Ziele gesetzt haben.

Der zweite Schwimmstart ging dann glatt über die Bühne und das Wasser kochte nun noch mehr. Geschwommen wurde in 2 Runden (950m und 550m) mit einer kurzen Landgang-Unterbrechung. Der Franzose Vincent Luis kam als Erster aus dem Wasser und benötigte für die 1500m 17:39min. Jonas Schomburg ließ es richtig krachen und lag nach dem Schwimmen an Platz 3 mit nur 3 Sekunden Rückstand. Justus Nieschlag hatte einen Rückstand von einer halben Minute und lag vor dem ersten Wechsel auf Rang 30.

Die ersten Kilometer auf dem Rad wurden zurückgelegt und Jonas befand sich in der führenden Radgruppe bestehend aus insgesamt 5 Fahrern, Justus war in der 3. Radgruppe platziert. Noch in der ersten von 8 Radrunden schlossen sich die beiden je 5 Mann starken vorderen Radgruppen zu einer zusammen und hatten ca. 15 Sekunden Vorsprung auf ihre Verfolger. Die zweite Radrunde wurde bei der Zwischenzeitnahme von Jonas in Führung liegend beendet, der sich in der Führungsarbeit häufig ganz vorn und motiviert zeigte. Justus positionierte sich gut in der 2. Radgruppe, die Kilometer für Kilometer mehr zur Führungsgruppe aufschloss. Die Kameras blieben jedoch meist auf die erste Radgruppe gerichtet.
Zur Mitte der 4. Radrunde bildete sich dann eine große Gruppe, die bis zum Ende der 40 Kilometer mehr oder weniger zusammenblieb. In der 6. Radrunde kam es zu einer Kollision von Jonas Schomburg mit dem Österreicher Alois Knabl, infolge dessen stürzte Jonas und die Kette sprang ab. Das Ganze bekam man in den Zeitlupen aber nicht mehr zu sehen. Die Kommentatoren bezeichneten es als “ärgerliches Missgeschick”. Es führte jedenfalls dazu, dass er den Anschluss verlor und am Ende der 7. Radrunde einen Rückstand von 31 Sekunden hatte. Justus blieb bis zum Ende der Radstrecke gut platziert.
Insgesamt eine doch kräftezehrende Radrunde, auf der es insgesamt 108 Kurven zu bewältigen galt. Das heißt also 108 mal ordentlich antreten und das bei den für uns Europäer ungewohnten Umgebungsbedingungen.

Die Temperaturen stiegen während des Rennens immer weiter an. Nach dem zweiten Wechsel wurden den Athleten Eispacks gereicht und man sah immer wieder Wasserduschen entlang der Strecke. Justus geht mit einem Rückstand von 23 Sekunden auf die Laufstrecke, Jonas hat aufgrund des Zwischenfalls über 2 Minuten Rückstand. Der Brite Alex Yee hielt von Beginn an das Lauftempo brutal hoch. Die zeitlichen Abstände der beiden Deutschen auf die führenden Läufer nehmen mit jeder Laufrunde zu, insgesamt musste die 2,5km lange Runde 4 mal absolviert werden.

In der letzten Laufrunde erhöhte der Norweger Kristian Blummenfelt aus der Dreiergruppe heraus noch einmal das Tempo, dem weder der Brite Yee noch der Neuseeländer Wilde folgen konnten. So sicherte sich der Norweger den Olympiasieg in Tokio vor Alex Yee (GBR) und Hayden Wilde (NZL).

Jonas Schomburg beendete das Rennen als 38. mit einem Rückstand von 4:30min, Justus Nieschlag erreichte auf Position 40 das Ziel mit einem Zeitversatz von 5:06 min auf den Olympiasieger.

Jetzt heißt es ausruhen, Eindrücke verarbeiten, Potenziale finden und dann wird am Samstag im Staffelrennen noch einmal angegriffen. Morgen sind dann auf gleicher Strecke die Damen am Start.