Vielfalt und Farbenrausch im Auf und Ab
Die Anreise mit dem Nahverkehr klappte reibungslos, und so erreichten wir entspannt Bad Nenndorf. Zu Beginn erhielten wir eine kurze Einführung zur Landesgartenschau (LaGa) mit Hintergrund, Daten und Fakten sowie einen Überblick über das 34 Hektar große Gelände mit seinen Themenbereichen und Highlights.
Anschließend startete unsere 90-minütige Führung. Unser Weg führte vorbei an sprudelnden Fontänen über die Promenade. Kurz nach dem Schlösschen begegneten uns die ersten "Alltagsmenschen" – Installationen und Skulpturen der Künstlerinnen Laura und Christel Lechner. Gleich danach hatten wir Gelegenheit, alte Holzspiele auszuprobieren, die Geschicklichkeit und Feingefühl herausforderten.

Weiter ging es hinauf in den Kurpark. Wo einst ein verfallenes Bauwerk zwischen Büschen und Bäume stand, steht heute eine umfangreich sanierte Liegehalle mit großem Terrassenbereich, idyllisch an einem Teich gelegen, umgeben von Liegewiesen und einem Wasserspielplatz.
Dann wanderten wir durch die Süntelbuchenallee, eines der Wahrzeichen Bad Nenndorfs. Durch die ca. 100 Bäume windet sich ein Holzpfad, der von den in alle Richtungen wachsenden Ästen der Bäume überdacht wird - ein wirklich mystisch anmutender Weg.
Es folgte das neu erbaute Borkenhaus, ein moderner Nachbau eines historischen Lusthauses. Das Innere gestaltet sich entsprechend: Rote Rosen wetteifern mit rosa Herzchen um die Aufmerksamkeit der Besucher.

Nun waren wir auf einer Lichtung, wo sich uns ein herrlichem Blick auf Deister und Süntel sowie eine blühenden Wildblumenwiese eröffnete.
An der Bubikopfallee – einem von unzähligen Kugelspitzahornbäumen gesäumten Weg – verknüpfen sich auf Initiative des damaligen Landwirtschaftsministers Viktor von Podbielski im 19. Jahrhundert Kurpark und Deister.
Unterwegs begegneten uns immer wieder die "Alltagsmenschen".

Vor dem Haupteingang verabschiedete sich unsere Gästeführerin und gab wertvolle Tipps, wie wir zu den weiteren Highlights gelangen. Danach begann unser selbstständiger Rundgang – der Rückweg hatte begonnen.
Das Verkaufsgelände am Haupteingang ließen wir links liegen und begaben uns zu den Schaugärten, die Inspiration und konkrete Gestaltungsideen für private Außenanlagen boten. Die Gärten wurden von verschiedenen Betrieben und Bildungseinrichtungen gestaltet. Im Themenbereich eins sahen wir Gärten zu den Themen Lieblingsplätze & Wohlfühloasen, LehrReich – Lehren und Lernen, Feuergarten, Ein kleines Stück Weserbergland und Mein Goldener Sommer. Alle Gärten waren ideenreich und liebevoll gestaltet.

Bei einer kurzen Mittagspause in der Gastronomie des Liegehauses stärkten wir uns mit Pizza und Currywurst. Dann ging es den Galenberg hinauf. Auf halber Höhe erreichten wir das Birkenhaus, einen Staffagebau, dessen Sinn es ist, die Landschaft zu beleben. Das Birkenhaus ist ein wunderbarer Ort zum Innehalten, Kraft tanken, Natur erleben und die Aussicht genießen.
Schließlich erreichten wir das Ziel – den Waldtempel. Ein barrierefreier serpentinenartiger Weg führte hinauf in die Baumkronen auf sechs Metern Höhe. Eine weitreichende Aussicht blieb jedoch aus, da die Baumkronen den Fernblick versperrten.

Nach dem Abstieg ging es in die Blumenhalle, in der vier immersive Floristik-Schauen geplant sind, gestaltet von Rieke Rahlfes (Milles Fleurs, Hannover). Sie übersetzen unterschiedliche Aspekte des Lebenszyklus in florale Bilder. Den Auftakt bildete "Duftexplosion" (noch bis 14.06.), gefolgt von "Urkraft" (15.06.–26.07.), "Erblühen" (27.07.–06.09.) und "Erdwerk" (07.09.–18.10.).
Der Raum präsentierte eine Fülle an Reizen, in dem reale und künstliche Blüten bewusst nebeneinanderstehen. Die Installation spielt mit Wahrnehmung und stellt Fragen nach Echtheit und Inszenierung – ein Spiegel unserer Zeit zwischen Natur und digitaler Welt.

Danach ging es wieder nach draußen zu weiteren Themengärten: Quelle der Heilung, Freiraum ohne Grenzen – Outdoor Living in seiner edelsten Form, Design trifft Natur, Make it happen – Gartenräume für morgen und Was bleibt, wenn nichts bleibt?.

Nun gönnten wir uns eine Pause. Einige verkosten Prosecco oder Wein, andere genießen Eis oder Cappuccino. Danach verabschiedete sich der größte Teil der Gruppe. Eine kleinere Gruppe besuchte anschließend noch die Heil- und Sinnesgärten und bewunderte die Ideen zur Grabgestaltung, bevor auch diese Gruppe auf die Heimreise ging.

Die Heimfahrt war aber nicht ganz unkompliziert. Meine Großmutter pflegte zu sagen: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“ Wären die vier Damen des Lesens geübt gewesen, hätten sie im Fahrplan sehen können, dass die erste Station des Shuttlebusses nicht der Bahnhof Haste ist, von dem der Zug nach Lehrte fahren sollte, sondern der Bahnhof Bad Nenndorf. Ihre Gesichter verrieten zunächst Verwirrung, doch mit Humor und etwas Improvisation gelangten alle sicher nach Lehrte.
So war der Besuch der Landesgartenschau in Bad Nenndorf insgesamt ein voller Erfolg. Wir kehrten zwar etwas müde vom vielen Bergauf- und Bergablaufen heim, doch wir nahmen zahlreiche wundervolle Eindrücke mit und genossen den Tag in Gemeinschaft. Die LaGa hat bis zum 18. Oktober geöffnet – vielleicht regt dieser Bericht den einen oder die andere an, Bad Nenndorf zu besuchen. Wir empfehlen es wärmstens.